Chronisches Müdigkeitssyndrom CFS

In der Forschung wurden CFS-typische Anomalien festgestellt, die unterschiedliche Körpersysteme betreffen.
1. immunologisch vermehrte Sekretion proentzündlicher Zytokine (Vermittlerstoffe)
vor allem bei der virusassoziierten CFS-Form
mit erhöhtem Interferon-Gamma, auch Interleukin 10

2. Zunahme EBV-spezifischer zytotoxischer T-Zellen
und Reaktivierung von EBV-Genomkomponenten (Antigene, DNA, mRNA)

3. Zeichen chronischer T-Zellaktivierung (CD8/CD38-Zellen)
eingeschränkte Proliferationsfähigkeit der T-Zellen
und verminderte NK-Zelltoxizität

4.Hypocortisolismus infolge verminderter Aktivität des hypothalamischen CRH-Zentrums
oder peripherer Hormonresistenz

5. Serotoninmangel u.s. infolge gesteigerter entzündlicher Aktivität und Synthesehemmung

6. Stress führt zur Aktivierung von Entzündungsreaktionen: TNF-alpha, IL-1beta, IL-6, IFN-Y

Für den Arzt gilt es, eine organische Ursache abzuklären.

Aktuell geht man davon aus, das bis zu 80% der Fälle postinfektiöse Fatigue-Formen sind,
bei der in erster Linie Viren als Auslöser in Frage kommen.
Der Verlust mentaler, psychischer und physischer Leistungsfähigkeit ist Ausdruck der zentralen Fatigue.
Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen und unterschiedlichste Befindlichkeitsstörungen sind
Begleiterscheinungen.
Den Energiestoffwechsel betreffend findet sich eine verminderte mitochondriale Energieproduktion
a - Gesteigerte entzündliche Stickoxid (NO)- und Oxidanzien-Produktion
b - Vermehrte Bildung des hochtoxischen Peroxynitrit
c - Hemmung der mitochondrialen Atmungskette

Häufig ist die CFS auch mit Schmerzsyndromen (Fibromyalgie, Migräne, Morgensteifigkeit sowie
Überempfindlichkeitsreaktionen (Geschmacksstörungen, Tinnitus etc.)
und funktionellen Magen-Darm-Störungen (Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Diarrhoe, Reizdarm) vergesellschaftet.

Blutuntersuchung/en durch die Versicherung/Krankenkasse
Blutbild
Eiweiss gesamt
CRP - Marker einer myelomonozytären Entzündung
Schilddrüse
Allergologie - IgE
Eisenstoffwechsel

Kostenpflichtige Laboruntersuchungen

Test: Mineralstoffanalyse im Heparin Vollblut - großes Profil (ICP-MS)
Firma/Labor: IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR
Kosten 61,79 € für Selbstzahler, 71,07 € für Privat

Betreffend Energiestoffwechsel:
verminderte mitochondriale Energieproduktion
gesteigerte entzündliche Stickoxyd (NO)- und Oxidanzien Produktion
vermehrte Bildung des hochtoxischen Peroxynitrit
Hemmung der mitochondrialen Atmungskette

ATP-intrazellulär bestimmt - als Hinweis auf eine Mitochondriopathie (Störung des Energiehaushalts)
Adenosintriphosphat verkörpert die unmittelbar verfügbare Energie in jeder Zelle
und ist gleichzeitig ein wichtiger Regulator energieliefernder Prozesse.
Der in den Leukozyten bestimmte ATP-Spiegel ist ein Marker für die aktuelle Energiefunktion,
Verminderungen zeigen sehr empfindlich eine erworbene Störung an.

Test: ATP intrazellulär aus Heparinblut (CLIA)
Firma/Labor IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR
Kosten für Selbstzahler 43,71 €, für Privat 50,27 €

MDA-LDL - oxidativer Stress = Radikalbelastung (z.B. durch erhöhte Viruslast)
Malondialdehyd-modifiziertes LDL (MDA-LDL) ist
eine oxidierte Form des LDL-Cholesterins,
die durch Reaktion der Fette mit Sauerstoffradikalen entsteht (sog. Lipidperoxidation)
und gilt als sehr stabiler Marker für die oxidative Belastung des Organismus.

Test: MDA-LDL im Serum (EIA)
Firma/Labor IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR
Kosten für Selbstzahler 27,98 €, für Privat 32,18 €

Nitrotyrosin - nitrosativer Stress = NO-(Stickstoff)-Belastung
3-Nitrotyrosin ist eine nicht proteinogene Aminosäure,
entsteht im Organismus durch die Einwirkung von Stickstoff auf Tyrosin,
gilt als Marker für die o.g. Stickstoff-Belastung

Test: Nitrotyrosin im EDTA-Plasma (ELISA)
Firma/Labor IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR
Kosten für Selbstzahler 29,29 €, für Privat 33,66 €

Zunahme EBV-spezifischer zytotoxischer T-Zellen und
Re-Aktivierung von EBV Genkomponenten (Antigene, DNA, mRNA)
Gelegentlich Zeichen chronischer T-Zellaktivierung (CD8/CD38-Zellen)
eingeschränkte Proliferationsfähigkeit der T-Zellen
und verminderte NK-Zellzytotoxizität.

Seitens der Immunologie gehören dazu:
vermehrte Sekretion proentzündlicher Zytokine
- Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNFa): als Hinweis auf eine myelomonozytäre Entzündung
- Interleukin IL-10: aktiviert TH1-Lymphozyten
- Interferon gamma (IFNg): als zelluläre Immunantwort, Zellproliferation, Entzündung

Konsistenter als immunologische Auffälligkeiten sind Störungen der neuroendokrinen Stressachse mit
Hypocortislismus
und Serotoninmangel

Diagnostik: